Umweltbrücke über den Rhein in Kehl

Vorschlag der „Arbeitsgruppe Alternativen“ im Bündniss Verkehrswende Köln

Die neuen Brücken sollen „Umweltbrücken“ sein, sie dienen nur dem Stadtbahn-, Fahrrad- und Fußgängerverkehr und bieten eine Abkürzung, die dem Autoverkehr nicht zur Verfügung steht.

Die Situation des ÖPNV

Kölns Stadtgrundriss hat als natürliche Mobilitätszäsur den Rhein. Die ÖPNV-Verbindung der links- und rechtsrheinischen Stadtgebiete verläuft in Ost-West-Richtung im Wesentlichen nur über zwei zentrale Brücken, die Deutzer Brücke und die Severinsbrücke.

Dies führt aufgrund struktureller Kapazitätsengpässe, die nicht optimierbar sind, regelmäßig zum Beförderungskollaps.

Zukunftsszenario: Netzkonzept mit fünf neuen Umweltbrücken für Köln

Zusätzliche neue fünf Umweltbrücken ergänzen die ÖPNV-Netzstruktur über den Rhein hinweg. Die zusätzlichen Rheinquerungen für den ÖPNV, Rad- und Fußgängerverkehr können die ganze Stadt von Nord bis Süd über kurze Wege als leistungsstarke Netzstruktur verbinden. Besonders Umwegfahrten von nördlichen oder südlichen Stadtteilen über die heutigen zentralen Brücken, die Deutzer Brücke und Severinsbrücke werden entfallen.

Erst mit dieser sehr leistungsfähigen Netzstruktur über den Rhein hinweg ergibt sich ein Vorteil gegenüber dem Auto und damit für den Umstieg auf den ÖPNV.

Für den einzelnen Nutzer kann so innerhalb des Stadtgrundriss seinem Mobilitätsbedürfnis nach mannigfaltigen Richtungsänderungen entsprochen werden.

Die neuen Umweltbrücken erstellt die Stadt in eigener Regie und kann damit den Anschluss ans Radwegnetz oder ÖPNV-Netz selbst planen, ohne auf überörtliche Entscheidungsträger (z.B. der Bahn und Straßen-NRW/Autobahn) Rücksicht nehmen zu müssen.

Nutzen fürs Radwegnetz

Durch neuen Rheinbrücken wird gleichzeitig das Radwegnetz wesentlich erweitert. Es erhält dadurch eine Aufwertung die ebenfalls den Umstieg, weg vom Auto, stark voranbringt.

Fotos: Radweg auf der Umweltbrücke über den Rhein in Kehl (Baden-Württemberg)

 

Entlastung der Ost-West-Achse

Die neuen Rheinbrücken verlaufen in Ost-West-Richtung und entlasten somit die vorhandene zentrale ÖPNV-Ost-West-Achse. Eine ÖPNV-Ost-West-Achse mit Baustelle für eine U-Bahn beeinträchtigt die Kapazität des ÖPNV-Netzes für einem langen Zeitraum, hingegen würde die Bauzeit der neuen Rheinbrücken das Netz nicht belasten.

  1. NIEHLER BRÜCKE

Verbindung in Verlängerung des Militärringes und der Bremerhavener Straße von Niehl über Flittard/Stammheim Richtung Leverkusen und Mülheim. Über diese Brücke könnten die bestehenden Linien 12 oder 16 weitergeführt werden, außerdem sind weitere neue Linien möglich (z.B. Bf. Longerich–Mülheim).

  1. BASTEI-BRÜCKE

Verbindung ab Ebertplatz (oberirdisch) in Verlängerung des Theodor-Heuss-Ringes über den Rheinpark nach Mülheim-Süd (neue Stadtbahn-Linie). Optional sind später viele weitere Verlängerungen dieser „neuen Ost-West-Stammstrecke“ möglich, z.B. nach Stammheim/Leverkusen, nach Kalk oder westlich über den Ebertplatz hinaus.

  1. UBIERRING-BRÜCKE

Verbindung in Verlängerung des Ubierringes mit der bestehenden Linie 15 rüber zum Deutzer Hafen und zur Haltestelle Poller Kirchweg Richtung Poll/Porz mit großer Kapazitätserweiterung für den Stadtbezirk Porz.

  1. POLLER-BRÜCKE

Verbindung in Verlängerung des Bayenthalgürtels von Bayenthal/Marienburg mit Verlängerung der Linie 13 über den Rhein nach Poll zur Haltestelle Salmstraße und darüber hinaus Richtung Kalk oder Vingst.

  1. SÜRTHER BRÜCKE

Verbindung im Abzweig von der Linie 16 am Godorfer Hafen vorbei über den Rhein nach Porz-Langel und weiter Richtung Niederkassel als Linie 17. Auch gefordert vom Rhein-Sieg-Kreis.

Umweltbrücken sind preiswert

Die Fotos zeigen die Umweltbrücke über den Rhein in Kehl. Sie hat 26 Mio. € gekostet. Nur zum Vergleich: Das Kölner Opernhaus kostet 565 Mio. € (letzter, aber sicher nicht allerletzter Stand).

Landschaftsschutz und neue Rheinquerungen

Die neuen Umweltbrücken werden gegenüber Autobrücken viel kleiner dimensioniert ausfallen. Wird zusätzlich eine filigrane Bauweise gewählt, sind sie im Landschaftsbild und in der Nutzung von Naturräumen nicht störend und somit ökologisch verträglich. In der Abwägung von Eingriff in die Landschaft und dem ökologischen Gewinn durch sanfte Verkehre ist ein deutliches Plus für die neuen Rheinquerungen festzuhalten.